28. März – 3. Mai 2026: Porträts der Sammlung
Porträts aus der eigenen Sammlung des Gudhjem Museums

Kay Fisker porträtiert von Helge Nielsen, 1957
ÜBER DIE PORTRÄTKUNST
Das Genre der Porträtkunst hatte im Laufe der Zeit einen wechselhaften Ruf. Viele Porträts sind Auftragsarbeiten und wurden daher in manchen Kreisen als weniger bedeutend angesehen als etwa Stillleben oder Landschaftsgemälde. In neuerer Zeit wurde das Genre als „anachronistisch“ und „ökonomisch abhängig“ bezeichnet.
Früher konnten sich nur Fürsten und Adelige leisten, einen Künstler mit der Porträtierung ihrer selbst und ihrer Familie zu beauftragen. Dies kennt man aus den Ahnengalerien der Schlösser und Herrenhäuser, in denen die Familie über viele Generationen hinweg porträtiert ist.
Im 19. Jahrhundert konnte sich auch das Bürgertum Porträts leisten, und das Genre erlebte einen Aufschwung.
Wechselnde Tendenzen in Technik und Malweise haben ebenfalls die Porträtkunst beeinflusst. Es besteht ein Unterschied zwischen der Malweise barocker Künstler und der Porträtkunst der Moderne.
Thyge Christian Fønss-Lundberg schreibt im Vorwort seines Buches „Dänische Porträtkunst“:
„…Das Porträt ist wohl die konfrontativste Kunstgattung, die wir haben, bei der wir als Betrachter von einem Paar Augen getroffen werden, die uns ansehen, uns herausfordern und über Zeitalter, Ländergrenzen und soziale Schichten hinweg zu uns sprechen. Wenn wir ein Porträt betrachten, findet eine Begegnung statt – zwei Menschen schauen einander an, und wenn man in einem Museum ein Porträt betrachtet, kann man bisweilen für einen Moment vergessen, wer Betrachter und wer Werk ist. Die Kommunikation zwischen Porträt und Betrachter ist in der Kunstgeschichte einzigartig, denn wir erleben nicht dieselbe Anziehungskraft, wenn wir vor einer Landschaft, einem Historiengemälde oder einem Stillleben stehen, die bei all ihren anderen Werten nicht an unsere angeborene Fähigkeit appellieren, uns selbst zu erkennen und von uns selbst fasziniert zu sein …“
Porträts können Ganzfiguren, Brustbilder oder nur ein Gesicht zeigen. Außerdem gibt es Doppelporträts oder Gruppenporträts mit mehreren Personen.
Damit ein Bild als Porträt bezeichnet werden kann, muss es dadurch gekennzeichnet sein, dass man als Betrachter die dargestellte Person erkennen kann. Dies nennt man „Porträthaftigkeit“.
Oft enthält ein Porträt auch Elemente, die auf die Tätigkeit des Modells verweisen, sei es durch Gegenstände oder durch den Hintergrund des Werkes.
Auch heute ist es üblich, dass Unternehmen, Parlament und Königshaus Porträts in Auftrag geben. Zudem haben viele Künstler im Laufe der Jahre Selbstporträts und Porträts ihrer eigenen Familie geschaffen.
ÜBER DIE AUSSTELLUNG
Als Kommentar zur Ausstellung im Saal „Meine Porträts“ der Künstlerin Lisa Høyrup hat das Museum eine Auswahl von Porträts aus der eigenen Sammlung zusammengestellt. Ausgewählt wurden Porträts mit lokalem Bezug zu Personen aus dem Raum Gudhjem und Christiansø.
Das Lokalarchiv war bei der Recherche zu den auf den Bildern dargestellten Personen behilflich. Informationen sowohl zu den Modellen als auch zu den Künstlern werden im Zusammenhang mit der Ausstellung präsentiert.
Unter den Porträtierten findet man u. a.:
Mathea Petrea Larsen alias Großmutter Tia, Rose Køie, Elisabeth Køie, Peter und Lise Koch sowie Kay Fisker u. a.
Zu den Künstlern hinter den Porträts zählen Namen wie:
Paul Høm, Ernst Køie, Helge Nielsen, Johan Frederik Tryde und Ulla Haakø u. a.
Vernissage mit freiem Eintritt am Samstag, den 28. März 2026, von 14–16 Uhr.
Die Ausstellung ist im Stationsgebäude bis einschließlich 3. Mai 2026 zu sehen.
Öffnungstage und -zeiten: Donnerstag – Sonntag, 11–16 Uhr.
- Date 2. März 2026
- Tags Kommende udstillinger og arrangementer, Udstillinger og arrangementer

