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Nørresand

„Norresân hamn“ oder der Hafen von Nørresand ist hier das Motiv eines Gemäldes von Mogens Ege aus dem Jahr 1943.

Historischer Rückblick

Der Bedarf an einem Hafen im nördlichen Teil Gudhjems entstand parallel zur Anlage der Løkkegade.

Hier befand sich einst eine „løkke“ (bornholmerisches Wort für ein eingezäuntes Feld), die dem Fischer Søren Christensen gehörte. Daher wurde sie „Sørensa Løkja“ (Sørens Løkke) genannt. Er wohnte in dem gelben Fachwerkhaus, das heute die Adresse Ejnar Mikkelsensvej 2 trägt.

Die Løkke wurde um 1880 an den Kaufmann Hans Madsen Schou und seinen Schwager, den Dampfschiffexpedienten Jens Larsen Jensen, verkauft. Sie teilten das Grundstück in Bauparzellen auf.

Der Kaufmann und Kalkbrenner Hans Madsen Schou (1846–1930) und seine Frau Agnethe Marie Sofie wohnten in der Brøddegade 30.

Die ersten beiden Grundstücke wurden sofort verkauft, und an den beiden Enden der heutigen Løkkegade wurden jeweils ein Haus errichtet.
Am südlichen Ende war dies das Haus des Maurers Hans Lund und am nördlichen Ende das Haus des Bäckers Ole Jensen, heute das Oluf-Høst-Museum, 100 Meter von „Norresân hamn“ entfernt.

Im Laufe des folgenden Jahrzehnts war der größte Teil der Løkke und damit die Løkkegade bebaut.

In Nørresand gab es bereits einen kleinen Anlegeplatz mit Steinen und Kies, der von älteren Fischern genutzt wurde. Sie besaßen einige kleine Ruderboote, mit denen sie zum „Saleneknæet“ hinausfuhren, um mit Netzen Fische zu fangen. Durch den starken Zuzug in die Løkkegade wurde auch der Bedarf an einem eigentlichen Hafen immer größer.

Gleichzeitig konnte ein neuer Hafen als Reserve- oder Nothafen für den Hafen von Gudhjem dienen, in dem die ostbornholmer Dampfschiffe seit 1877 bei starkem Ostwind anlegen konnten.

Östlich von Nørresand lag das vorgelagerte Grundgebirge, „Ræveskæret“ (eigentlich ein Klippenriff), das bereits als Wellenbrecher gegen nördliche und insbesondere östliche Winde diente.

Nach großem Einsatz des Hafenkomitees von Gudhjem gelang es, ein staatliches Darlehen für den Bau von „Norresân-hamn“ zu erhalten.

Der Tischler Viggo Pedersen berichtet:
„Im März 1898 begannen die Arbeiten unter der Leitung des Hafeningenieurs Hans Zahrtmann aus Rønne. (Hans Zahrtmann, Hafeningenieur bei vielen der Bornholmer Hafenbauten, war der Bruder des Malers Kristian Zahrtmann.)

Man errichtete einen Damm, pumpte das Wasser ab und sprengte das Hafenbecken aus dem Fels – alles in Handarbeit. Wenn der Fels gesprengt werden sollte, arbeiteten drei Männer an jedem Bohrer. Einer hielt den Bohrer, während zwei Männer mit je einem Hammer auf den Bohrer schlugen, damit dieser in den Fels eindrang. Sobald die gewünschte Tiefe erreicht war, wurde das Loch mit einer Sprengladung und Zündschnur gefüllt. Die Sprengungen wurden immer nach Ende der Arbeitszeit durchgeführt, mittags oder abends, sodass sich alle Arbeiter außerhalb des Arbeitsbereichs befanden.

Die abgesprengten Steine wurden zunächst mit Schubkarren über eine Holzbrücke abtransportiert. Da dies jedoch viele Arbeitskräfte erforderte, wurden Schienen und Loren sowie eine Lokomotive angeschafft, die von einer Dreschgesellschaft auf dem Land ausgeliehen worden war, um die Loren hinaufzuziehen – bergab liefen sie von selbst!

Die Strecke vom Hafen bis zum Badehaus des Schullehrers bestand früher aus flachem Strand mit den Schanzen unterhalb der Gärten, wo heute Häuser stehen.

Das Hafenkomitee erhielt vom Bornholms Museum die Genehmigung, die Schanzen zu entfernen, unter der Bedingung, dass ein Fahrweg zu einem Stück Land auf der anderen Seite der Suserenden angelegt wurde, um dort eine Batterie zu errichten, die das Einlaufen fremder Kriegsschiffe in den Hafen verhindern konnte.

Der Weg wurde angelegt und bei Styrtebakken („Stortana“) wurden Felsen gesprengt. Die Steine wurden zum Bau der Mole bei Norresân verwendet. Die Batterie wurde jedoch nie gebaut.

Der flache Strand wurde mit dem Material aus dem aus dem Fels gesprengten Hafenbecken aufgefüllt und als Netzplätze genutzt.“
Das neue Hafengelände wurde vom Hafenkomitee dem Hafen als Eigentum übertragen und an die Fischer als Netzplätze für die Fischernetze sowie als Arbeitsfläche vermietet.

1902 war der neue Hafen, „Norresân hamn“, fertiggestellt. Bereits 1918 wurde der Hafen vertieft, sodass auch die neuen Dampfschiffe der Det Østbornholmske Dampskibsselskab anlegen konnten.“

Foto: „Norresân hamn“ von Westen bei „Stortana“ und Holma Hodda.

Foto: S/S Nordbornholm der Det Østbornholmske Dampskibsselskab im Hafen von Nørresand in den 1930er Jahren. Trotz des kleinen Hafens konnte das Schiff mit seinen 41,73 m Länge und einem Tiefgang von 2,84 m im Hafen anlegen.