Wilde Natur
Der Lebensraum soll Blumen, Bienen und Schmetterlinge zurückbringen
LEBENSRAUM FÜR INSEKTEN, KLEINTIERE UND WILDBLUMEN
Das große, offene Gebiet außerhalb des Gudhjem Museums liegt ausgesprochen schön.
Der Blick über die Svaneke-Bucht sowie über Land und Meer ist großartig. Das Gelände fällt nach Süden ab, sodass die Sonne hier vom frühen Frühjahr bis in den späten Herbst Wärme spendet. Deshalb eignet sich der Ort gleichermaßen für Kunst und Natur.
In der dänischen Natur sind blütenreiche Lebensräume zu einer Rarität geworden. Blumenwiesen wurden fast überall umgepflügt, gedüngt oder aus der traditionellen extensiven Beweidung und Heuernte genommen, von denen Blumen, Bienen und Schmetterlinge profitierten. Dies hat insbesondere für die Tagfalter zu einer Krise geführt. Viele Arten sind selten geworden oder sogar verschwunden.
Seit 1950 sind auf Bornholm acht Arten ausgestorben: Fransk bredpande, kommabredpande, enghvidvinge, kirsebærtakvinge, okkergul pletvinge, dværgblåfugl, sortplettet blåfugl und sortbrun blåfugl. Heute brüten auf Bornholm nur noch 39 Arten von Tagfaltern. Drei davon – klitperlemorsommerfugl, violetrandet ildfugl und engblåfugl – stehen unmittelbar vor dem Verschwinden oder sind möglicherweise bereits verschwunden.
Kurz gesagt: Es besteht Handlungsbedarf. Der Park des Gudhjem Museums leistet aufgrund seiner Lage einen wichtigen Beitrag. Die Kunst besteht nun darin, das Gebiet extensiv zu bewirtschaften, sodass die Wildpflanzen und die Blütenvielfalt zurückkehren und der Ort wieder voller Leben und farbenprächtiger Schmetterlinge sein wird.
So machen wir es
Die Methode besteht vor allem aus traditioneller Heuernte und einem vollständigen Verzicht auf Düngung, da die meisten Wildpflanzenarten in Dänemark aus Gebieten verschwinden, die mit Stallmist oder Kunstdünger gedüngt werden.
Die Heuernte findet einmal jährlich statt, entweder um den 1. Juni oder um den 1. September, nach einem genau festgelegten Plan. Dabei wird niemals mehr als die Hälfte der Fläche auf einmal gemäht. Das gemähte Heu wird anschließend getrocknet und entfernt. Dadurch werden dem Boden Nährstoffe entzogen, sodass die meisten wichtigen Blütenpflanzen nach und nach sehr gute Bedingungen vorfinden und in großer Zahl zurückkehren können.
Dazu gehören Arten wie Skabiosen-Flockenblume, Wiesen-Platterbse, Hornklee, Dost, Echtes Labkraut, Wiesen-Flockenblume, Rundblättrige Glockenblume, Rotklee und Wiesen-Margerite.
Es wird einige Jahre dauern, bis dieses Ziel erreicht ist. Die positive Entwicklung begann jedoch bereits 2021 und sollte ab 2022 deutlich sichtbar werden.
Um Windschutz und Vielfalt im Gebiet zu schaffen, wurden mehrere „Inseln“ mit Steinen, offenen Bodenflächen und niedrigen Erdhügeln angelegt, auf denen Bäume und Sträucher bis zu einer Höhe von drei bis vier Metern wachsen dürfen.
Außerdem werden einzelne ausgewählte Bäume, die zufällig im Gebiet aufkommen, gekennzeichnet und als Orientierungspunkte in der Landschaft erhalten. Es werden jedoch nicht so viele sein, dass der schöne Blick auf das Meer beeinträchtigt wird.
Am tiefsten gelegenen Punkt des Geländes im Süden wurde im November 2021 ein etwa 600 Quadratmeter großer Teich angelegt.
Im gesamten Gebiet wurde außerdem ein gewundenes Netz aus etwa zwei Meter breiten Graswegen angelegt. Diese werden mit dem Rasenmäher gemäht, sodass man ihnen folgen und dabei Blumen, Tierleben und Kunst genießen kann.
Der Sinn des Ganzen
Das Gebiet soll ein Treffpunkt für Kunst und Menschen, Kunst und Natur sein – insbesondere für die blüten- und schmetterlingsreiche Natur, die mit warmen, sonnigen und nährstoffarmen Lebensräumen verbunden ist und auf Bornholm zu den selten gewordenen Naturtypen gehört.
Gleichzeitig wird die Schmetterlingswiese zu einem Ort, an dem man jeden Sommer an geführten Touren teilnehmen kann, bei denen Fachleute über die Natur des Ortes und ihre Entwicklung berichten.
Mit der Zeit wird es auch möglich sein, Samen vieler wichtiger Wildpflanzen zu sammeln, um sie – wenn man möchte – im eigenen Garten auszusäen und damit Schmetterlinge und andere Insekten zu fördern.
Veranstaltungen im Park
Jedes Jahr wird auf dem Gelände gemeinsam mit Bornholms Lelaug und dem Landwirtschaftsmuseum Melstedgård eine Heuernte veranstaltet.
Geführte Touren finden mit dem Biologen und Autor Michael Stoltze statt. Achten Sie auf die Termine unter „Ausstellungen und Veranstaltungen“.
