{"id":21719,"date":"2021-07-07T14:36:13","date_gmt":"2021-07-07T14:36:13","guid":{"rendered":"https:\/\/gudhjemmuseum.dk\/gudhjem-museums-skulpturhave\/"},"modified":"2022-03-24T20:36:32","modified_gmt":"2022-03-24T20:36:32","slug":"skulpturgarten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gudhjemmuseum.dk\/de\/skulpturgarten\/","title":{"rendered":"Gudhjem Museums Skulpturgarten"},"content":{"rendered":"<p>1951 wunderte sich der Kunstmaler Oluf H\u00f8st: &#8222;Bornholm ist voller sch\u00f6nem Granit und fleissigen Steinmetzen, aber es gibt keinen einzigen Bildhauer.&#8220; Er w\u00fcrde sicher dem kleinen Skulpturgarten wohlwollend zunicken, der nach und nach vor dem Museum in seiner Heimatstadt entstanden ist.<\/p>\n<p>Zu H\u00f8sts eigener Zeit, die Hintergrund f\u00fcr die Errichtung des Museums war, stellte Gudhjem ein Zentrum der d\u00e4nischen Gem\u00e4ldekunst dar, so wie es davor die &#8222;Skagensmaler&#8220; und die &#8222;Fynboerne&#8220; waren. Ausgepr\u00e4gte Bildhauer waren seltene V\u00f6gel. Allerdings sind im Museum selbst einige kleinere Werke von Astrid Noack (1888-1954) ausgestellt, die zeitweise in der Stadt arbeitete.<\/p>\n<p>Die jetzige interessante Landkunst &#8211; frei von traditioneller Systematik und Chronologie &#8211; hat sich vorimprovisiert, seitdem der Bildhauer Ole Christensen (Granit), Inge Lise Westmann (Gusseisen) und Jun-Ichi Inoue (Granit) bei der Einweihung der ersten eigentlichen Kunsthalle der Insel im Jahr 1990 die ersten Skulpturen hier hinterliessen.<\/p>\n<p>1993 schenkte der Ny Carlsbergfond die Skulpturen dem Museum und f\u00fcgte 2001 eine Reihe von Granitstelen von Ole Christensen vor dem Geb\u00e4ude hinzu. Eine weitere Skulptur wurde dem Museum von der Witwe Karin Christensen geschenkt, w\u00e4hrend Julie H\u00f8ms keramische Skulptur 2008 durch Mittel vom Brdr. Larsens Fond, Sparekassen Bornholms Fond und Bornholms Regionskommune hinzukam.<\/p>\n<p>Die J\u00fcngsten in der Sammlung sind sieben Skulpturen von Jun-Ichi Inoue, von denen das Museum bereits eine seit ein paar Jahren besitzt, die restlichen sechs wurden dem Museum von der K\u00fcnstlerwitwe \u00fcberlassen. Mit Mitteln von Sparekassen Bornholms Fond, Brdr. Larsens Fond und dem 15. Juni Fond konnte das Museum weitere zwei der Skulpturen kaufen.<\/p>\n<p>Mit seiner markanten Platzierung, bei der die Menschen die Kunstwerke t\u00e4glich sehen, erf\u00fcllt der Skulpturgarten einen von Ole Christensens wesentlichen Vorhaben in seinem Wirken: &#8222;Wenn die Leute von der Arbeit nach Hause kommen &#8211; und wenn es dabei irgendetwas gibt, das ihnen etwas sagt &#8211; dann wird der Tag etwas leichter und angenehmer.&#8220;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-20977 alignnone\" src=\"http:\/\/gudhjemmuseum.dk\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/129885475_248350663371871_7696260646904585752_n-300x171.jpg\" alt=\"\" width=\"614\" height=\"350\" srcset=\"https:\/\/gudhjemmuseum.dk\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/129885475_248350663371871_7696260646904585752_n-300x171.jpg 300w, https:\/\/gudhjemmuseum.dk\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/129885475_248350663371871_7696260646904585752_n-768x438.jpg 768w, https:\/\/gudhjemmuseum.dk\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/129885475_248350663371871_7696260646904585752_n.jpg 960w\" sizes=\"auto, (max-width: 614px) 100vw, 614px\" \/><\/p>\n<p>Ole Christensen (1932-2000), der mit den Werken \u201dTrio\u201d, \u201dM\u00f8de\u201d (Treffen) und \u201dFire v\u00e6kster\u201d (Vier Gew\u00e4chse) repr\u00e4sentiert ist, hat seit dem Beginn der 1950&#8217;er und bis zu seinem Tod etwa 75 Kunstwerke f\u00fcr \u00f6ffentliche Geb\u00e4ude in ganz D\u00e4nemark geschaffen, sowie 25 Skulpturen f\u00fcr verschiedene Kunstmuseen im Land. Seine m\u00e4chtigen, naturinspirierten Werke gaben ihm in der nationalen Presse den Spitznamen &#8222;der Bornholmer Granitk\u00f6nig&#8220;.<\/p>\n<p>Der Begriff &#8222;Lebensverliebtheit&#8220; war eine unumg\u00e4ngliche Treibkraft. Quasi sein ganzes k\u00fcnstlerisches Univers entspringt aus ganz wenigen, grundlegenden Fruchtbarkeitssymbolen. Genau wie die Bildsprache in primitiven Kulturen, in denen die ganzheitliche Betrachtung noch nicht \u00fcbertrieben ist.<\/p>\n<p>Zusammen mit der Keramikerin Karin H\u00f8j Christensen wohnte und arbeitete er knapp ausserhalb von Olsker, mitten in der Nordbornholmer Natur. F\u00fcr das Gudhjem Museum kann seine Bedeutung kaum untersch\u00e4tzt werden. Er war die treibende Kraft hinter der Erweiterung im Jahr 1990, was das Museum in Kunstkreisen landesweit bekannt machte. Und \u00fcber ein Jahrzehnt lang war er auch Ausstellungsveranstalter zusammen mit der Bornholmer K\u00fcnstlerin Inge Lise Westman.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-18373 alignnone\" src=\"http:\/\/gudhjemmuseum.dk\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/klo-Inge-Lise-Westman-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"614\" height=\"460\" srcset=\"https:\/\/gudhjemmuseum.dk\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/klo-Inge-Lise-Westman-300x225.jpg 300w, https:\/\/gudhjemmuseum.dk\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/klo-Inge-Lise-Westman-768x576.jpg 768w, https:\/\/gudhjemmuseum.dk\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/klo-Inge-Lise-Westman-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/gudhjemmuseum.dk\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/klo-Inge-Lise-Westman.jpg 2016w\" sizes=\"auto, (max-width: 614px) 100vw, 614px\" \/><\/p>\n<p>Die Malerin Inge Lise Westman\u00a0(1945 -), ist mit der Skulptur &#8222;Klo&#8220; (Klaue) repr\u00e4sentiert und wurde an der Kunstakademie in Kopenhagen ausgebildet. Seit 1971 wohnt und arbeitet sie auf dem offenen Land oberhalb von Melsted und hat sich zu einer hoch gesch\u00e4tzten Schilderin der umliegenden Natur auf oft sehr grossen Leinw\u00e4nden entwickelt.<\/p>\n<p>Mit den Jahren haben sich ihre Gem\u00e4lde zu vitalen Transformationen des respektvollen Zusammenhalts des Unbegreiflichen und Universellen entwickelt, das die Menschen bei einer intensiven Konfrontation mit der Natur erleben k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Auch bei ihren Skulpturen ist die Natur der Ausgangspunkt. Aber die naturalistischen Elemente sind gereinigt, vereinfacht und verfeinert, sodass der Ausdruck keine Wiedergabe des Individuellen und Greifbaren ist, sondern des Inbegriffes des Formcharakters an sich.<\/p>\n<p>Sie hat in vielen L\u00e4ndern ausgestellt und ist in unz\u00e4hlen Museen und Sammlungen repr\u00e4sentiert und mit Auszeichnungen reich belohnt. So hat sie unter anderem die Eckersbergsmedaille (Bronzemedaille der d\u00e4nischen Akademie f\u00fcr sch\u00f6ne K\u00fcnste) und das lebenslange Legat des Staatlichen Kunstfonds erhalten.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-18375 alignnone\" src=\"http:\/\/gudhjemmuseum.dk\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/Jun-Ichi-Inoue-Hexagon-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"614\" height=\"460\" srcset=\"https:\/\/gudhjemmuseum.dk\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/Jun-Ichi-Inoue-Hexagon-300x225.jpg 300w, https:\/\/gudhjemmuseum.dk\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/Jun-Ichi-Inoue-Hexagon-768x576.jpg 768w, https:\/\/gudhjemmuseum.dk\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/Jun-Ichi-Inoue-Hexagon-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/gudhjemmuseum.dk\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/Jun-Ichi-Inoue-Hexagon.jpg 2016w\" sizes=\"auto, (max-width: 614px) 100vw, 614px\" \/><\/p>\n<p>Jun-Ichi Inoue (1948-2009), der mit den Skulpturen \u201cTop\u201d (Spitze), \u201cBr\u00f8nd\u201d (Brunnen), \u201cThe Ancient\u201d (Der Alte), \u201cGo Through\u201d (Gehe hindurch), \u201cSkald\u201d (Dichter), \u201cTransformation\u201d und \u201cHexagon\u201d repr\u00e4sentiert ist, kam im Jahr 1973 nach D\u00e4nemark, um an der Kunstakademie in Kopenhagen mit einer Ausbildung von der Musashino Universit\u00e4t in Tokyo im Gep\u00e4ck zu studieren.<\/p>\n<p>Von seinem damaligen Schwiegervater Ole Christensen ermutigt, liess er sich ab 1987 bis zu seinem Tod in einer alten Steinmetzwerkstatt zwischen Olsker und Rutsker nieder, in der es jede Menge Platz f\u00fcr die grossen Skulpturen gab, die nach und nach ihren Weg auf verschiedene Marktpl\u00e4tze in D\u00e4nemark und Schweden fanden.<\/p>\n<p>Obwohl das Treffen mit Europa deutliche Spuren in seiner Kunst hinterlassen hat, so war er doch bis zu seinem Tod von der japanischen Kunst, Gartenkunst und der kultischen Steintraditionenen seines Heimatlandes inspiriert. Den gemeinsamen Nenner sieht man unter anderem in der grossen &#8222;Soltidens Hus&#8220; Skulptur (Das Haus der Sonnenzeit) auf dem grossen Marktplatz von R\u00f8nne. 1998 erhielt er den vornehmen Astrid Noack-Preis (benannt nach der bedeutenden d\u00e4nischen Bildhauerin).<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-21720 alignnone\" src=\"http:\/\/gudhjemmuseum.dk\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/Julie-H\u00f8m-\u00c5bo-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"614\" height=\"460\" srcset=\"https:\/\/gudhjemmuseum.dk\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/Julie-H\u00f8m-\u00c5bo-300x225.jpg 300w, https:\/\/gudhjemmuseum.dk\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/Julie-H\u00f8m-\u00c5bo-768x576.jpg 768w, https:\/\/gudhjemmuseum.dk\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/Julie-H\u00f8m-\u00c5bo-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/gudhjemmuseum.dk\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/Julie-H\u00f8m-\u00c5bo.jpg 2016w\" sizes=\"auto, (max-width: 614px) 100vw, 614px\" \/><\/p>\n<p>Julie H\u00f8m\u00a0(1944 \u2013 ), die mit der Skulptur \u201dAaboen\u201d (Eiderente) repr\u00e4sentiert ist, wurde in Gudhjem geboren und ist dort auch aufgewachsen. Nach ihrer Ausbildung an der Kunsthandwerkerschule in Kopenhagen hat sie seit 1968 ihre eigene Werkstatt im Holkadalen.<\/p>\n<p>Ihre Naturabstraktionen \u00fcber allt\u00e4gliche Erlebnisse &#8211; von kleineren bis monumentalen Formaten &#8211; haben zu einer umfassenden Ausstellungst\u00e4tigkeit, Auszeichnungen und einer bedeutenden Museumsrepr\u00e4sentation in sowohl In- und Ausland gef\u00fchrt.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der vergangenen 15 Jahre hat sie sich \u00fcberwiegend mit gr\u00f6sseren Auftragsarbeiten, wie der Skulptur &#8222;Vildg\u00e5sen&#8220; (Die Wildgans), der Bispebjerg Allee in Kopenhagen und &#8222;Klyden&#8220; (Klydens Plads in Ish\u00f8j), sowie mit \u00f6ffentlichen Aussenrelieffen besch\u00e4ftigt. Dar\u00fcber hinaus hat sie im Laufe der Jahre eine ganze Reihe von Kirchenorgeln verziert, so beispielsweise in der Jesuskirche in Kopenhagen und in den Domkirchen zu Helsing\u00f8r und Lund\/Schweden.<\/p>\n<p>Von 2001 bis 2015 war Julie H\u00f8m zusammen mit dem Kunsthistoriker Mogens Lau Veranstalterin der umfassenden Ausstellungst\u00e4tigkeiten im Gudhjem Museum. Und 2001 war sie im Gr\u00fcnderkreis der Ausstellungsvereinigung Holkahesten vertreten.<\/p>\n<p>Peter Tiemroth<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1951 wunderte sich der Kunstmaler Oluf H\u00f8st: &#8222;Bornholm ist voller sch\u00f6nem Granit und fleissigen Steinmetzen, aber es gibt keinen einzigen Bildhauer.&#8220; Er w\u00fcrde sicher dem kleinen Skulpturgarten wohlwollend zunicken, der nach und nach vor dem Museum in seiner Heimatstadt entstanden ist. Zu H\u00f8sts eigener Zeit, die Hintergrund f\u00fcr die Errichtung des Museums war, stellte Gudhjem ein Zentrum der d\u00e4nischen Gem\u00e4ldekunst dar, so wie es davor die &#8222;Skagensmaler&#8220; und die &#8222;Fynboerne&#8220; waren. Ausgepr\u00e4gte Bildhauer waren seltene V\u00f6gel. Allerdings sind im Museum selbst einige kleinere Werke von Astrid Noack (1888-1954) ausgestellt, die zeitweise in der Stadt arbeitete. Die jetzige interessante Landkunst &#8211; frei von traditioneller Systematik und Chronologie &#8211; hat sich vorimprovisiert, seitdem der Bildhauer Ole Christensen (Granit), Inge Lise Westmann (Gusseisen) und Jun-Ichi Inoue (Granit) bei der Einweihung der ersten eigentlichen Kunsthalle der Insel im Jahr 1990 die ersten Skulpturen hier hinterliessen. 1993 schenkte der Ny Carlsbergfond die Skulpturen dem Museum und f\u00fcgte 2001 eine Reihe von Granitstelen von Ole Christensen vor dem Geb\u00e4ude hinzu. Eine weitere Skulptur wurde dem Museum von der Witwe Karin Christensen geschenkt, w\u00e4hrend Julie H\u00f8ms keramische Skulptur 2008 durch Mittel vom Brdr. Larsens Fond, Sparekassen Bornholms Fond und Bornholms Regionskommune hinzukam. 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